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Erwartungen in menschlichen Liebesbeziehungen

Auswirkung von ‚Erwartungen‘ in menschlichen Liebesbeziehungen‘

2. Teil der Beitrags-Trilogie über menschliche Liebesbeziehungen

Erwartungen

Wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, möchte ich euch nun den 2. Teil zum Lesen geben, der sich mit dem Begriff ‚Erwartung‘ und deren Auswirkung in einer menschlichen Liebesbeziehung näher befasst.

Von Erwartungshaltung spricht man dann, wenn ein oder auch beide Partner eine bestimmte Vorstellung davon haben, wie der jeweils andere der eigenen Vorstellung entsprechend sein und sich verhalten soll.

Aber auch Sätze wie zum Beispiel: ‚Ich brauche dich.‘ ‚Ich kann ohne dich nicht leben.‘, sind mit höchsten Erwartungen verbunden. Oft führt das sogar so weit, dass die betreffende Person das ganze Denken und Tun auf den Partner ausrichtet und die eigenen sonstigen Interessen und Freundschaften dabei vernachlässigt . Dahinter steckt letztlich – bewusst oder unbewusst – der tiefere Gedanke: Habe ich die ‚Liebe‘ erst einmal im Außen gefunden, dann kann ich mich auch selbst lieben. Und je mehr ‚Liebe‘ ich durch solche Denk- und Verhaltensweisen, die immer auch mit sehr hohen Erwartungshaltungen verbunden sind, dem Partner gebe, desto größer wird auch meine Selbstliebe.

Wenn jemand die eben erwähnten oder ähnliche Sätze ausspricht, so überträgt die betreffende Person die Eigenverantwortung für sein Leben zumindest teilweise auf den Partner und bürdet diesem dadurch einen sehr hohen Verantwortungsdruck auf, der im Laufe der Zeit Stück für Stück weiter zunimmt. Damit ist der Keim für ein (plötzliches) Ende der Beziehung ist gelegt.

Ganz generell üben Erwartungshaltungen, gleich welcher Art, immer Druck auf den Partner aus.

Dieser Druck erzeugt den Zwang im anderen, sich in bestimmter Weise verhalten, bestimmte Dinge tun oder unterlassen zu müssen, um den Erwartungshaltungen entsprechen zu können und dadurch

– den anderen Partner nicht zu verletzen oder zu enttäuschen

– dem anderen Partner zu gefallen.

Oft handelt der Partner, der den Druck verspürt aus der Angst heraus, dass wenn der Erwartungshaltung nicht entsprochen wird, der andere Partner die Liebe entziehen könnte oder schlimmer aus der Angst heraus, die Liebe des anderen gänzlich zu verlieren.

Der Partner fängt deshalb an sich innerlich zu ‚verbiegen‘, d.h., den wahren Ausdruck seiner selbst zu unterdrücken und eben nicht seine Wahrheit zu leben.

Stück für Stück verliert die betreffende Person die Selbstachtung bis hin zur Selbstverleugnung. Der Betreffende selbst, kann das deutlich wahrnehmen und leidet darunter. Das führt früher oder später an den Punkt, an dem der innerliche Leidensdruck schließlich so groß geworden ist, dass die Person das Verhalten mit einem Male ändert, um wieder sich selbst sein zu können und damit vielleicht auch die Beziehung zu retten. Das ist gewöhnlich der Punkt, an dem der andere Partner sagt: ‚Du hast dich (in letzter Zeit) aber sehr verändert.‘

Dies alles hat mit Liebe nichts zu tun. Es handelt sich hierbei nicht um ein Liebesverhältnis, sondern um ein Abhängigkeitsverhältnis. Ein Abhängigkeitsverhältnis entsteht aus dem Mangeldenken heraus. Das heißt, man glaubt, irgendetwas fehlt, man glaubt irgendetwas brauchen zu müssen.

Warum entsteht ein solches Szenario wie oben beschrieben?

Selbstliebe

Man sucht die Eigenliebe, die Selbstliebe im Außen, das heißt, man denkt, wenn mich ein anderer liebt, dann (erst) kann ich mich selbst lieben. Man genügt sich nicht selbst und meint irgendetwas zu brauchen und glaubt, dass man dies nur im Außen findet.

In Wahrheit jedoch verhält es sich genau umgekehrt: Erst wenn du für dich Selbstliebe empfindest, bist du in der Lage einem anderen Menschen wahre Liebe zu geben und zu empfangen. (Liebe ist ein Seinszustand: Sei im Bewusstsein der Liebe, der Selbstliebe, dann kannst du wirkliche Liebe geben und empfangen.

Einschub: Haben und Sein, Sein und Haben

Gerade erhalte ich eine wichtige Information, die ich euch weitergeben soll und möchte:

Die meisten Menschen glauben, dass sie erst etwas haben müssen, um dann sein zu können, was immer sie sein wollen. Es verhält sich jedoch genau umgekehrt: Begib dich in den Seinszustand, das heißt, in das Bewusstsein, was immer du sein willst, dann wirst du entsprechend deines Seinszustandes haben, was immer du haben möchtest. Und warum ist das so? Weil du ganz automatisch in Resonanz zu denjenigen Energien gehst, die deinem Bewusstseinszustand entsprechen. Mit anderen Worten: Du ziehst die Ereignisse und Menschen in dein Leben, die deiner Bewusstseinsenergie widerspiegeln.

Das ist leben aus der Fülle und nicht aus dem Mangel heraus und gilt für alle Bereiche, nicht nur für menschliche Liebesbeziehungen. Das Universum ist wie der Geist in der Flasche: Bestimmt Mangel-Denken dein Sein, dann bekommst du Mangel. Bestimmt Fülle-Denken dein Sein, dann bekommst du Fülle.

Ich möchte diesen Einschub mit den Worten von William Shakespeare abschließen, der in seinem Stück Hamlet sagte: Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage.

Selbstliebe: Fortsetzung

Aber nun zurück zum Thema:

Was verbirgt sich hinter mangelnder Selbstliebe?

Mangelnder oder gar gänzlich fehlender Selbstliebe liegen zum Beispiel folgende Denk- und Verhaltensmuster zugrunde:

– mangelndes Selbstvertrauen, das heißt Vertrauen in sich selbst,

– das Gefühl sich selbst nicht zu genügen nicht genügend zu sein,

– mangelnde eigene Wertschätzung

– sich nicht so zu nehmen wie man wirklich ist,

– Ablehnung sich selbst gegenüber (mangelnde Selbstachtung)

– sich (permanent) mit Selbstvorwürfen zu konfrontieren,

– nicht zu den eigenen tiefsten Gedanken und tiefsten Gefühlen zu stehen.

Gerade der letztgenannte Punkt ’nicht zu den eigenen tiefsten Gedanken und tiefsten Gefühlen zu stehen‘, nicht zu sich selbst und seiner inneren Wahrheit zu stehen, bedeutet mangelnde Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Und…dem Partner gegenüber.

Unehrlichkeit – ob bewusst oder unbewusst – verhindert, dass die Beteiligten ihr Leben selbstverantwortlich in die Hand nehmen und entsprechend ihrer eigenen inneren Wahrheiten gestalten und ausrichten können. Dies ist die Ursache für für entstehendes und fortgesetztes Leid innerhalb einer Beziehung.

Liebe ist also nicht sich selbst oder den Partner zu verbiegen. Das hat nichts mit Liebe, sondern mit Selbstverleugnung und Unehrlichkeit zu tun. Und dahinter verbirgt sich – wie bereits erwähnt – fehlende Selbstliebe.

Liebe ist, sich der eigenen Wahrheit, seiner tiefsten Gedanken und Gefühlen bewusst und klar zu werden und dem Gegenüber mitzuteilen. Was auch immer geschehen mag.

Ein sehr weiser Mann sagte einst zu mir:

Genüge dir selbst und brauche und erwarte nichts. Dadurch wirst du nicht nur die passende Partnerin/den passenden Partner ganz ‚automatisch‘ in dein Leben ziehen. Eine Beziehung, die aus diesem Bewusstsein heraus entsteht, kann zu einer echten Liebesbeziehung reifen.

Ausblick auf den 3. Teil der Beitrags-Trilogie ‚zwischenmenschliche Liebesbeziehung

Nun, was bedeuten Begriffe wie ‚Ehrlichkeit‘ und ‚Wahrheit‘ und worin liegt ihre Bedeutung für zwischenmenschliche Liebesbeziehungen (und darüber hinaus)?

Auf diese Fragen werde ich im dritten und letzten Teil der Trilogie über menschliche Liebesbeziehungen eingehen und dabei die fünf Ebenen der Wahrheit in den Mittelpunkt des Beitrags stellen.

Wie immer freue ich mich über Anmerkungen, Meinungen, Fragen usw…

Dies ist im Moment nur auf meiner facebook Seite (Spirituelle Lebenshilfe) möglich.

© 2018 von Thomas Schiffer, Beitrag erstellt am 27.07.2018, Alle Rechte vorbehalten.